Psychologisches modell jung
Nach Sigmund Freud und Alfred Adler gilt er als dritter Pionier der Tiefenpsychologie. Wie Alfred Adler arbeitete Carl Gustav Jung einige Jahre mit Sigmund Freud zusammen. Beide würdigten auch nach der Trennung von Freud dessen Verdienste bei der Erforschung des Unbewussten. Ihm zufolge haben Adler und Jung kaum etwas Neues hervorgebracht, sondern bereits Bekanntes umbenannt und wesentliche Teile der psychoanalytischen Lehre abgeschwächt.
Beiden wird man mit dieser Einschätzung nicht gerecht. Im Unterschied zu Freud, der seinem Werk eine systematische Form gab, hinterlässt Jung seine Schriften weniger geordnet. Und während Freuds Variante der Tiefenpsychologie Seelisches mit Hilfe der Schrift zu entziffern sucht, bezieht Jung sich vor allem auf das Bild.
Persönlichkeitstypen nach Carl Gustav Jung
Ursprünglich kommt die Familie aus Mainz. Carl Gustav Jung wird in einem Dorf am Schweizer Ufer des Bodensees geboren. Der Vater ist evangelischer Pfarrer, die Mutter interessiert sich für Spiritismus und Okkultismus. Sie soll über prophetische Gaben verfügt haben und häufig geistesabwesend ihren Eingebungen nachgehangen haben. In der Schule findet Jung kaum Kontakt. Er fühlt sich unverstanden und einsam.
Der einzige Mensch, dem er sich mitteilen kann, ist seine Mutter. Das war ich auch am liebsten. Hier war das gemeinsame Feld der Erfahrung von biologischen und geistigen Tatsachen, welches ich überall gesucht und nicht gefunden hatte. Jung arbeitet als Assistent Eugen Bleulers an der Zürcher Psychiatrischen Klinik Burghölzli. Damit können Komplexe sich auf die Entwicklung des Individuums positiv oder negativ auswirken.
Der ist begeistert, besucht Jung ihn in Wien. Doch im Lauf der Jahre treten die Unterschiede zutage. Dabei leugnet er die Bedeutung der Sexualität nicht, sieht sie jedoch als eine Ausdrucksform der allgemeinen Lebenskraft. Während Freud das Kausalitätsprinzip der Naturforschung auch auf die Seelenkunde anwendet, ergänzt Jung Kausalität um Finalität: Seelisches ist nicht nur kausal bedingt, sondern auch durch Ziele, Zwecke und Werte.
Wichtig für das Verständnis der Psyche ist nicht so sehr, woher sie kommt, sondern wohin sie strebt. Diese Annahme führt Jung zum Konzept des kollektiven Unbewussten und der Archetypen aus. Aber auch seine psychotherapeutische Arbeit führt ihn zu einem kollektiven Unbewussten. Denn neben affektiven Einstellungen zu ihren nächsten Bezugspersonen übertragen seine Patienten Erwartungen und Befürchtungen, die den Therapeuten als Zauberer, Alchimisten, Heiland oder Riesen sehen.
Jung zufolge ist ein Archetyp nicht inhaltlich bestimmt. Das Konzept der Archetypen wirkt sich auf den Umgang mit Träumen aus. Freud zufolge maskiert der manifeste Trauminhalt einen verbotenen Wunsch, den latenten Trauminhalt, den es in der Deutung zu entschlüsseln gilt. Für Jung speisen Träume sich darüber hinaus aus dem kollektiven Unbewussten. Damit sind sie längst nicht nur sexuellen Ursprungs, sondern dringen zu Grundfragen der menschlichen Existenz vor.
Einer Deutung bedarf der Traum nicht, weil er den wahren Inhalt maskiert, sondern weil die bildhafte Sprache des Traums dem Ich nicht ohne weiteres verständlich ist. Zuweilen scheitert die Auslegung eines Traums, wenn man ihn isoliert betrachtet. Ich bin auch durchaus nicht sicher, ob meine Art, mit den Träumen umzugehen, überhaupt den Namen Methode verdient.
Folglich behandelt er seine Patienten so individuell wie möglich. Er entfernt die Couch aus dem Behandlungszimmer und sieht die Analyse als Dialog zwischen zwei Partnern, die sich gegenübersitzen. Die meisten befinden sich in der zweiten Lebenshälfte und sind gut ausgebildet und wohlhabend.