Mainz medizinische psychologie
Die Aktion hat Tradition — die Fahnen aber sind neu. Erstmals hissten Bürgermeister Günter Beck, das Frauenbüro und Vertreterinnen von Frauenorganisationen aus dem Arbeitskreis Gewalt an Frauen und Kindern gemeinsam am November um Mainz gegen Gewalt an Frauen, so der neue Slogan, steht für den Anspruch, als Landeshauptstadt klar und deutlich gegen alle Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt einzutreten.
Als Motiv der neuen Fahnen dient eine Fotocollage der Mainzer freischaffenden bildenden Künstlerin Bianca Wagner, die sie zum Fotowettbewerb des Frauenbüros eingereicht und damit den 1. Platz belegte.
25. November - Internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Frauenrechte sind universelle Menschenrechte. Dass aber auch Mainz für Frauen keine gewaltfreie Enklave ist, machten das Frauenbüro und die Vertreter:innen von SOLWODI e. Auch hier in der Stadt erleben Frauen und Mädchen von Männern ausgeübte Gewalt. Berechnungen des Ökonomen Boris von Heesen zufolge liegt der gesellschaftliche Schaden der Männergewalt an Frauen bei 2,7 Milliarden Euro jährlich, ganz abgesehen von den physischen und psychischen Schäden bei den weiblichen Opfern.
Online-Lehrveranstaltung der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Johannes Gutenberg-Universitätsmedizin Mittwoch, November 16 Uhr bis 18 Uhr Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Eines davon ist sexueller Missbrauch. Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs geht davon aus, dass pro Schulklasse ein bis zwei Kinder sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind.
Zwei Drittel davon sind Mädchen. Tatort ist bei einem Viertel der Fälle der engste Familienkreis. Bei weiteren 50 Prozent stammt der Täter aus dem sozialen Umfeld. Missbrauchserfahrungen können Traumata auslösen und die wiederum hinterlassen neben psychischen Folgen Spuren, die die eigene Gesundheit und sogar die der Folgegeneration beeinträchtigen können.
Wer als Kind ein Trauma erlebt hat, kann als Erwachsene:r nicht nur anfälliger für psychische Krankheiten sondern auch für Diabetes oder Krebs, Störungen des Stoffwechsels oder des Immunsystems und etwa Herz-Kreislauferkrankungen sein. Wie sich sexueller Missbrauch als ein Auslöser eines Kindheitstraumas genau auf die Gesundheit Erwachsener auswirken kann, war Thema der letztjährigen Online-Lehrveranstaltung der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Johannes Gutenberg-Universitätsmedizin anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Anette Diehl vom Frauennotruf Mainz. November zum Tag gegen Gewalt an Frauen aus. Sie erinnerten damit an die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am November in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter und Vergewaltigung getötet wurden. Seither haben sich in immer mehr Ländern Frauen-und Menschenrechtsorganisationen sowie öffentliche Einrichtungen der Idee eines internationalen Tages unter dem Motto "Nein zu Gewalt an Frauen" angeschlossen.
In zahlreichen nationalen und lokalen Aktionen wird alljährlich auf das immer noch drängende Problem der Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. Seit ist der November auch von den Vereinten Nationen als offizieller Internationaler Gedenktag anerkannt. Die Fahnenaktion "Nein zu Gewalt an Frauen" wurde von der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES ins Leben gerufen.
Bundesweit engagieren sich Frauenorganisationen und kommunale Einrichtungen für die jährliche Fahnenaktion am In Städten und Gemeinden setzen über Fahnen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Auf Anregung des Mainzer Frauenbüros hat TERRE DES FEMMES im Jahr auch Fahnen mit englisch- und französischsprachiger Beschriftung herstellen lassen.
Mitarbeiter
Seit dem markieren die Fahnen auch in anderen Ländern der Erde diesen Internationalen Gedenktag. Initiiert wurde es vom Mädchenarbeitskreis MAK der Landeshauptstadt Mainz. Alljährlich lädt die Fachgruppe Gesundheit des Arbeitskreises Gewalt gegen Frauen zu einer Fortbildungsveranstaltung für Ärztinnen, Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Fachkräfte aus der Antigewaltarbeit ein.