Psychologische kenntnisse sonderpädagogik
Der Teilstudiengang Sonderpädagogik unterscheidet sich von den anderen Teilstudiengängen des B. Wenn Sie Sonderpädagogik studieren möchten, müssen Sie sich bereits bei der Bewerbung für den B. Bildungswissenschaften für zwei der vier sonderpädagogische Fachrichtungen entscheiden. Zusätzlich zu den zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen studieren Sie ein Unterrichtsfach.
Das Unterrichtsfach und die beiden sonderpädagogischen Fachrichtungen führen Sie im M. Lehramt Sonderpädagogik weiter. Bitte beachten Sie : Alle sonderpädagogische Fachrichtungen sind zulassungsbeschränkt. Sie erwerben Kenntnisse zu ausgewählten Sprach- und Kommunikationsstörungen. Sie lernen Beeinträchtigungen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung im Kontext von Unterricht, Schule, Gesellschaft und Wissenschaft zu lokalisieren und zu reflektieren.
Sie kennen professionelle Kommunikations- und Kooperationssysteme. Sie kennen Grundbegriffe, Theorien und Ergebnisse der angewandten Legasthenie-, Lese-Rechtschreib- und der Dyskalkulieforschung sowie Befunde bezüglich gestörter Entwicklungsprozesse des Zahlbegriffs. Sie kennen psychologische Konzepte des Erziehens und Unterrichtens in sonderpädagogischen Arbeitsfeldern.
Sie verfügen über grundlegendes psychologisches und medizinisches Fachwissen zur differenziellen Entwicklung.
Studium Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt
Sie lernen die Bedeutung anderer Fachdisziplinen für die Sonderpädagogik einzuordnen. Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung ES. Die Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung bezeichnet einen der klassischen Förderschwerpunkte der Sonder-, Förder- oder Inklusionspädagogik. In den er und er Jahren sprach man hier an deutschen Universitäten auch noch von "Erziehungsschwierigenpädagogik", "Verhaltensauffälligenpädagogik" oder "Verhaltensgestörtenpädagogik".
Mittlerweile wird, nicht nur an der Europa-Universität Flensburg, auf solche Begrifflichkeiten vollständig verzichtet, weil diese Begriffe stigmatisierend, pathologisierend und kategorisierend wirken. Der sorgfältige Umgang mit Sprache führt bereits mitten hinein in die zentralen Fragestellungen dieses Studienfaches, denn es macht einen Unterschied, ob ich ein Kind oder einen Jugendlichen, noch ganz im Sinne des psychiatrischen Paradigmas, als "gestört" bezeichne, und dann nach vermeintlich "wissenschaftlich fundierten Interventionen" suche, um dieses Kind oder diesen Jugendlichen hinsichtlich seines "unpassenden" Verhaltens, seiner "abnormen" Persönlichkeit etc.
Das beinhaltet auch einen kritischen Blick auf die Prozesse in heutigen Bildungsinstitutionen. Lehrkräfte in Grund- und Sekundarschulen sind oftmals damit überfordert, Kindern und Jugendlichen aus problematischen Herkunftsmilieus, die Förderbedarfe in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung zeigen, Bildungsangebote zu machen, von denen diese auch tatsächlich profitieren können.
Doch wie sehen solche Bildungsangebote aus? Zentral auf dem Gebiet der Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung ist das Herstellen von tragfähigen, förderlichen pädagogischen Bindungsbeziehungen. Das ist sozusagen das tiefere Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut.
Sodann brauchen wir eine Pädagogik und eine Didaktik, wo Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung ihre sozialen, biografischen und kulturellen Erfahrungen und die hiermit verknüpften Emotionen reflektieren und einordnen können. Hierzu werden handlungs- und projektorientierte, nach Möglichkeit auch fächerübergreifende Unterrichtsmethoden angewandt.
Weitere Klassiker des Fachgebietes sind Erlebnispädagogik, Outdoor- und Abenteuerpädagogik. Es geht also zum einen darum, eine Pädagogik anzubieten, in der Lebenserfahrungen reflektiert und verarbeitet werden können. Hier ist insbesondere an Themenhintergründe wie Flucht und Migration oder soziale Marginalisierung zu denken, zum anderen sollen die Kinder und Jugendlichen auch neue, positive, entwicklungsförderliche Erfahrungen machen, im Kontext Schule und darüber hinaus.
Neben die Themen "Emotion" und "biografische Erfahrung" tritt das Thema "Verhalten". Von Bedeutung sind hier schulweite verhaltensbezogene Interventionssysteme, um positives Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten systematisch zu vermitteln und zu festigen. Denn wenn immer nur einzelne Pädagoginnen und Pädagogen versuchen das Lebensschicksal von einzelnen Kindern und Jugendlichen zum Besseren zu wenden, dann ist das weniger effektiv als wenn ein ganzes Kollegium mit vereinten Kräften in diese Richtung arbeitet und eine schulübergreifende Reflexion von pädagogischen Prozessen und eine gemeinsame Schul- und Konzeptentwicklung stattfindet.
Speziell das Thema Verhalten erfordert schulübergreifende Systeme. Das Fach profitiert hier derzeit besonders von nordamerikanischen Forschungen, die freilich für Deutschland eine Art kulturelle Adaptierung erfordern. Weitere Themen sind dann das Einsetzen von diagnostischen Verfahren, das Entwickeln von Förderplänen, das Konzipieren von inklusions- und sonderpädagogischen Unterrichtseinheiten, kollegiale Fallberatung, die Schule als lernende, sich selbst reflektierende Organisation u.
Ein besonderes Merkmal des Förderschwerpunktes der emotionalen und sozialen Entwicklung, wie er an der Europa-Universität Flensburg gelehrt wird, ist der wissenschaftstheoretisch breite Zuschnitt. Hierbei kommen empirisch-quantitative, d. Der Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung wird in Flensburg ferner in weit aufgespannter nationaler wie internationaler und globaler Perspektive gelehrt.