Psychologischer komplex

Susanne Gabriel Komplexe sind im Unbewussten gespeicherte verinnerlichte konflikthafte Erfahrungen in Beziehungen, die mit einer oder mehreren schwierigen Emotionen — z. Angst, Wut, Scham — einhergehen, weshalb C. Die Konflikterfahrungen wurden meist in der vulnerablen Phase der Kindheit gemacht, in einer Situation, die mit einem starken Gefühl einherging.

Diese emotionsgeladenen Komplexe wirken als autonome Komplexe im Unbewussten weiter.

Psychologischer Dienst

Dass aber die Komplexe einen haben, ist weniger bekannt […]. Wenn im gegenwärtigen Leben Erfahrungen gemacht werden, die diesen früheren Konflikterfahrungen ähneln, reagieren wir komplexhaft, d. Bedeutende Komplexe sind Mutter-, Vater-, Geschwister-, Neid-, Minderwertigkeits- oder Angstkomplex. Wenn vergleichbare Erlebnisse im Sinne des Komplexes gedeutet werden, verstärkt dies den Komplex bzw.

Bei einem Angstkomplex z. In der Folge werden immer mehr Lebensereignisse komplexhaft eingebunden und erlebt. Komplexe drängen zur Auseinandersetzung mit Konflikthaftem, Unerledigtem. Sie bewirken einerseits eine Hemmung des Lebens, und zwar dadurch, dass der Mensch emotional überreagiert, nicht der aktuellen Situation angemessen, sondern mit einem lebensgeschichtlich bedingten Überhang.

Durch die Abwehr dieser Emotionen entstehen stereotype Verhaltens- und Erlebnisweisen. Jedes affektgeladene Ereignis, alles, was für uns schmerzhaft ist oder Angst gemacht hat, kann zu einem Komplex werden — nicht nur in der Kindheit, sondern auch noch im späteren Leben. Wenn Themen oder Emotionen, die mit dem Komplex verbunden sind, angesprochen werden, wird das Gesamte der unbewussten Verknüpfungen, d.

Dies hat zur Folge, dass wir nicht mehr frei entscheiden können, wie wir uns verhalten wollen, wir können unsere Gefühle nicht mehr differenziert wahrnehmen und verhalten uns, wie wir es eigentlich gar nicht wollen. Das sichere Selbstgefühl, das wir normalerweise haben, verlieren wir vorübergehend.

Komplexe zu haben ist völlig normal. Sie sind lebendige Bausteine der unbewussten Psyche und machen unsere psychische Disposition aus. Komplexe sind Ausdruck von Lebensproblemen, die auch zentrale Lebens- und Entwicklungsthemen darstellen. Sie bezeichnen somit die krisenanfälligen Stellen im Individuum. Hier noch einmal eine Definition des Komplexes von C.

Er ist das Bild einer bestimmten psychischen Situation, die lebhaft emotional betont ist und sich zudem als inkompatibel mit der habituellen Bewusstseinslage oder Einstellung erweist. Dieses Bild ist von starker innerer Geschlossenheit, es hat seine eigene Ganzheit und verfügt zudem über einen relativ hohen Grad von Autonomie, d. Gelesen mal.