Psychologie effekt warum bevorzugen junge frauen

Bild: Hermann Bredehorst Polaris Studio X Der Nahles-Effekt: Warum nur mögen wir manche Frauen nicht? Unsere Autorin vermutet: weil für Frauen immer noch eine andere Währung gilt — Nettigkeit, Sanftmut, Anpassung. Das Nahles-Problem: Ein generelles Frauen-Problem? Aktuell zum Rücktritt von SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles erinnern wir an einen Emotion-Artikel aus dem letzten Jahr über ein Phänomen, das uns rätselhaft erschien, den Nahles-Effekt.

Über die Ablehnung einer selbstbewussten Frau. Warum mögen die Leute — nein, warum mögen Frauen Andrea Nahles nicht? Zum ersten Mal in der jährigen Geschichte steht eine Frau an der Spitze der SPD und niemanden scheint's zu freuen. Nahles war eine erfolgreiche Arbeitsministerin, sie erkämpfte den Mindestlohn, gilt als tolle Chefin, politische Gegner sprechen voller Respekt von ihr.

Was Frauen wollen – die 9 Säulen männlicher Attraktivität

Nur beim Wähler, bei den Wählerinnen, kommt die Politikerin nicht an. Ihre Beliebtheitswerte waren noch nie gut, aktuell liegt sie gerade mal vor den Buh-Männern Seehofer, Lindner, Gauland. Aber eine kurze Umfrage zu Nahles unter Freundinnen und im Büro zeichnet noch ein anderes Bild: "Warum muss sie Interviews im Clown-Kostüm geben? Wie kann es sein, dass all diese Kommentare so wenig mit ihrer Arbeit zu tun haben?

Egal ob im Kino oder im echten Leben, niemand hat mehr Bock auf die alten Rollenklischees. Auch bei unserer Aktion " Was Frauen fordern " sprechen sich 30 Prozent der Befragten gegen veraltete Rollenbilder aus. Der Wunsch ist ehrenwert, doch wieso tun wir uns dann im echten Leben so schwer mit Frauen wie Nahles — ehrgeizig, durchsetzungsstark, kein bisschen lieb?

Wir bevorzugen Menschen, die uns ähnlich sind "Menschen sind soziale Tiere, früher haben wir in kleinen homogenen Gruppen gelebt, da musste schnell entschieden werden, wer Freund und Feind ist", sagt Dr. Laura Wendt, Neurowissenschaftlerin und bei der Unternehmensberatung A. Diese Automatismen liefen auch heute noch unterbewusst ab. Laura Wendt.

Dieser Chamäleon-Effekt ist das erste Hindernis für Frauen. Dadurch überfrachteten wir Frauen in Top-Positionen mit Erwartungen: Wenn da schon mal eine ist, soll die bitte meinen Vorstellungen entsprechen! Der Prototyp eines Chefs? Immer noch ein Mann Wie unterschiedlich wir Männer und Frauen bewerten, zeigt ein Versuch der Columbia Business School: Studenten wurde der Lebenslauf von Howard Roizen vorgelegt: Risiko-Investor im Silicon Valley, der erfolgreich Tech-Unternehmen gegründet hat, Apple- Manager und im Vorstand renommierter Unternehmen war, befreundet mit Bill Gates.

Die Studenten sollten sagen, ob sie ihn für kompetent halten und einstellen würden. Alle urteilten: Kompetenter Kerl, wir mögen ihn — natürlich wird er eingestellt! Bei der Gegenprobe empfanden sie Heidi zwar als kompetent, aber unsympathisch — keiner wollte sie einstellen. Was man Howard als visionär und selbstbewusst auslegte, wertete man bei Heidi als ehrgeizig und eitel.

Die härteste Währung für Frauen ist also: Sie müssen gemocht werden — sonst geht der Weg nicht weiter. Der Prototyp einer Führungspersönlichkeit ist in unseren Köpfen immer noch ein Mann; von Frauen erwarten wir nach wie vor, dass sie fürsorglich und sozial sind und um sich herum Wohlbefinden verbreiten. Schon allein dieses Problem ist für die einzelne Frau nicht lösbar.

Fehlt ein Zacken, genügen wir wieder nicht: "Sie ist toll im Job — aber sie hat auch keine Kinder. Doch seit ich mir die Frage stelle, fallen mir viele kleine Situationen auf, in denen wir selbst unser unerfüllbares Rollenbild weitertragen: gestern erst, als eine Freundin ihre Tochter als "kleine Besserwisserin" abqualifizierte, als die mir die Dinosaurier erklärte.

Ich frage mich: Warum wir das nicht lassen, dieses Bewerten, Beurteilen? Das kommt mir absurd vor. Aus Unsicherheit übernehmen Frauen den Sexismus, den sie erleben? Wie andere diskriminierte Gruppen geben sie Diskriminierung weiter.