Frank müller psychologe

Seit 20 Jahren gibt es die Psychologische Beratungsstelle im Diakonischen Werk Westerwald. Zwei Jahrzehnte, in denen das Team um den Diplom-Psychologen Frank Müller mehr als Es kümmert sich um Kinder und Jugendliche, wenn sie unter der Trennung der Eltern leiden, ihnen die Schule zu schaffen macht, sie Ärger mit der Familie oder Freunden haben oder sich in Entwicklungskrisen befinden.

Die Beratungsstelle ist auch für Erwachsene da: für Alleinerziehende, Eltern, Patchwork- und Regenbogeneltern, pädagogische Fachkräfte. Frank Müller ist die Konstante im Team. Mit seiner Einstellung ist die Stelle ins Leben gerufen worden, besser gesagt: hat ein neues Gesicht bekommen. Finanziert wird die Beratung damals wie heute von der Landeskirche, dem Land und dem Kreis.

Dass sie den Trägern lieb und teuer ist, zeigt sich unter anderem im Jahr und , als die beiden Stellen zunächst auf 2,5 und dann auf drei aufgestockt werden. Die Psychologische Beratung ist und bleibt also relevant, wie Frank Müller im Interview erklärt. Frank Müller, Sie haben in der Beratung häufig mit jungen Menschen zu tun. War es früher leichter, Kind zu sein? Frank Müller: Kindheit ist anders als noch vor 20 Jahren.

Ich habe den Eindruck, dass Kinder heute gestresster sind als damals.

Dr. Frank Müller

Sie verfügen über weniger selbstbestimmte Zeit, und manchen mangelt es an liebevoller Fürsorge. Ich glaube aber nicht, dass es mehr auffällige junge Menschen gibt. Das ist einerseits gut, da Themen wie Depression dadurch enttabuisiert werden. Unser Ansatz ist nicht nur die Symptome zu betrachten, sondern die Lebenswelt der Kinder im Blick zu haben.

Wir wollen Muster und Rollen verstehen und verändern, statt vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Welche Dinge bewegen Ihre jungen Klienten denn besonders? Es gibt viel Unsicherheit, was das Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen betrifft. Die Erwachsenen verlieren ein Gespür für die emotionale Welt ihrer Kinder. Die Jungs und Mädchen werden auf eine Partnerebene gehievt: Eltern erziehen nicht mehr, sondern verstehen sich eher als Begleiter ihrer Kinder auf Augenhöhe.

Damit geht bei Kindern die Erfahrung verloren, dass ihr Verhalten spürbare Konsequenzen hat und es Grenzen gibt. Die Folgen sind unter anderem, dass Kinder ihre Emotionen nicht im Griff haben oder mit Trotz reagieren. Wie reagieren Eltern auf solche Aussagen? Die Eltern sind gut informiert und zeigen eine hohe Bereitschaft, ihre Rolle und ihr Verhalten zu betrachten und zu verändern.

Sie gaben ihre Schützlinge bei uns ab — in der Hoffnung, sie nach der Sitzung verändert wieder abholen zu können. Aber so funktioniert das nicht. Wodurch hat denn dieses Umdenken stattgefunden? Wir verfolgen einen systemischen Beratungsansatz.

Psychologische Beratung

Wir sind in die Schulen und Kindertagesstätten gegangen — hinein in die Systeme, in denen die Konflikte ausgetragen werden. Dort haben wir Elternabende veranstaltet, Erzieher und Lehrer gecoacht und beraten. Dadurch wurde die Psychologische Beratungsstelle immer bekannter. Viele der Eltern, die mich in den Vorträgen erlebt haben, kamen später in unsere Beratung.

Heute sind wir bekannt; viele Ratsuchende holen sich bei mir eine Zweitmeinung ab, bevor das Kind Medikamente oder eine stationäre Behandlung bekommt. Es ist gut, dass meine Stelle von Anfang an auf Konstanz angelegt war.