Ich bin böse psychologie

Bitte aktivieren sie dies in Ihrem Browser. Gut und Böse sind Grundtendenzen unserer Existenz. Aber warum entscheiden sich manche Menschen für die dunkle Seite, für das Böse, und was macht wirklich böse Menschen eigentlich aus? Karsten Möbius sucht nach Antworten. Wir alle wären gern gute Menschen. Doch wir wissen, dass das oft nicht klappt.

Doch warum gibt es böse Menschen? Und was ist das eigentlich: böse sein? Di Link des Audios. Würden Sie von sich behaupten, dass sie böse sind? Wahrscheinlich eher nicht. Grundsätzlich liegt es in uns, gut sein zu wollen — so die Behauptung.

Böse Menschen: Wie viel Böses steckt in dir?

Und trotzdem wird es den einen oder anderen Nachbarn geben, der möglicherweise behauptet, wir seien böse. Gut und Böse sind also moralische Kategorien und sind abhängig vom Standpunkt. Das ist das eine. Aber hier soll es auch um das wirklich Böse, das unstrittig Böse gehen und die Frage, warum gibt es Menschen, die richtig böse sind.

Adolf Hitler zum Beispiel oder KZ-Aufseher, Serienmörder, Vergewaltiger Einer, der tief ins Schwarz der Seele geblickt hat, ist der österreichische Psychiater Reinhard Haller.

Warum..bin ich so "böse"?

Als forensisch-psychiatrischer Gutachter hat er die Bösen der Bösen getroffen: Den Sexualmörder Jack Unterweger, den NS-Euthanasie-Arzt Heinrich Gross und den Briefbombenattentäter Franz Fuchs, um einige zu nennen. Böse aber ist in der Psychologie keine Diagnose. Böse Menschen gibt es dort nicht. Das was für uns am meisten das Böse verkörpert, wird in der Psychologie mit der Persönlichkeitsstörung bösartiger oder maligner Narzissmus beschrieben.

Die sind nicht geisteskrank, sondern sie sind bösartige Narzissten und das ist das, was psychologisch das Böse am meisten verkörpert", erklärt Reinhard Haller. Die Ursache des Bösen hat also eine Diagnose, hätte also eine Abrechnungsnummer auf dem Krankenschein? Bösartige Narzissten lassen sich so beschreiben: Sie leben ihren Selbstwert auf Kosten anderer aus.

Das bedeutet: Sie fühlen sich eigentlich minderwertig. Um das zu ändern, unterdrücken und quälen sie ihre Mitmenschen, erklärt Haller:. Die Gesetze der Moral, der Ethik und des Strafrechts gelten für sie nicht. Sie schaffen sich ihre eigenen Gesetze, in denen sie im Mittelpunkt stehen und in denen sie über Leben und Tod und das Schicksal anderer Menschen bestimmen.

Solche wirklich bösen Menschen gibt es sehr, sehr wenige. Psychologe Haller beziffert sie auf 0,01 Prozent. Das Problem beginnt dann, wenn solche Narzissten viel Macht bekommen und dann gar einen Krieg anzetteln können. Krieg ist der Vater des Bösen, sagt Haller. Auf einer kalten kognitiven Ebene werden die Gegner entmenschlicht, Mitgefühl wird abgestellt.

Im Krieg wird gefoltert und getötet. Hier zeigt sich das Böse von seiner schlimmsten Seite. Aber selbst dann springt einem das Böse nicht frontal ins Gesicht.