Verhaltensbeobachtung psychologische diagnostik
Die genannten diagnostischen Methoden kennen und verstehen, ihre jeweiligen Stärken und Schwächen und Probleme bei der Anwendung beurteilen können, die passende Methode für die jeweilige Fragestellung auswählen und begründen können, die Ergebnisse des jeweiligen Verfahrens sinnvoll interpretieren können. Hinweis: Begriffe, die unterstrichen sind, werden im Glossar erklärt.
Bei einer Betrachtung der 12 Lehreinheiten unseres Moduls zur Pädagogisch-psychologischen Diagnostik und Evaluation wird den Ihnen auffallen, dass zwar die am häufigsten vorkommende diagnostische Grundmethode der psychologische Test ist, dass es aber auch andere gibt. Lehramtsstudierende im Praktikum werden aufgefordert, die Schüler zu beobachten, wissen aber nicht immer, was sie da tun sollen.
Da könnte es z. Für jede einzelne Verhaltensweise kann man dann einen Strich setzen. Zu einer einfachen Auswertung kann man die Aufzeichnungsergebnisse für einen anderen Schüler, der von einem Kollegen beobachtet wurde, vergleichen. Insofern ist nach Lukesch die Verhaltensbeobachtung als Ergänzung zur Anwendung von Tests zu sehen.
Mit ihrer Hilfe kann vieles festgestellt werden, was sonst nicht möglich wäre, auch nicht durch diagnostische Gespräche s. Lehreinheit 8. Allerdings muss vor einem unreflektierten Einsatz der Verhaltensbeobachtung gewarnt werden. So meint Graumann , S. Doch ohne zu wissen, was, wo und wann zu beobachten ist, hockt man ebenso als selbsternannter Tierbeobachter im Wald herum, wie man sich ungeschult in der Klasse oder sonstwo als Verhaltensbeobachter versucht.
Da es in dieser Lehreinheit nur über systematische Verhaltensbeobachtung gehen kann, müssen wir uns zuerst mit den grundlegenden Methoden der Verhaltensbeobachtung beschäftigen und diese voneinander unterscheiden. Für unsere Zwecke können wir aber beim Vorschlag von Strunz bleiben, da die im Unterrichts- und Erziehungsbereich vorkommenden Verfahren sich dabei sinnvoll zuordnen lassen, insbesondere dann, wenn man Zeichen- und Kategoriensysteme trotz vorhandener Gemeinsamkeiten aber doch unterscheidet.
Das soll im Folgenden also geschehen.
Verhaltensbeobachtung
Auch die Verfahren zur Verhaltensbeobachtung müssen unter Anwendung der psychologischen Hauptgütekriterien Objektivität , Reliabilität und Validität s. Lehreinheit 4 , wie andere Methoden auch begutachtet werden, auch wenn die Gütekriterien hier meist nicht so differenziert zum Tragen kommen, wie das bei Testverfahren der Fall ist.
Die Übersetzung als Merkmalsystem hat sich dagegen kaum durchgesetzt alles zit. Die Anzahl von Zeichen pro System ist in der Literatur unterschiedlich und schwankt zwischen 1 und 70; meist sind es jedoch wenige, oft unter Der Beobachter signiert also bei seiner Tätigkeit dann, wenn die festgelegten Verhaltensweisen auftauchen; wenn er andere bemerkt, signiert er nichts.
Ein solches Zeichen kann ein Buchstabe sein oder auch eine Zahl. Vom Ablauf her kann auch in entsprechende Kästchen, die für jedes Zeichen stehen, ein Auszählungsstrich gemacht werden. Dann wäre allerdings keinerlei Abfolge festgehalten. Der Gesamtrahmen an Verhaltensweisen wird beim Zeichensystem nicht ermittelt, sondern eben nur ein Ausschnitt, der vorher festgelegt war.
Das fiktive Beispiel der Einleitung wird jetzt wieder aufgegriffen: Eddy steht im Mittelpunkt der Beobachtung und seine zu beobachtenden Verhaltensweisen können in drei Gruppen aufgeteilt und mit bestimmten Symbolen versehen werden:. Tabelle 7. Am Ende der Unterrichtsstunde werden für jede der drei Gruppen die Symbole zusammengezählt.
Das wäre also ein Zeichensystem, ad hoc entstanden, die Verhaltensweisen nicht völlig überschneidungsfrei und im Ganzen nur einen Teil des Gesamtverhaltens betreffend. Es ermöglicht eine Charakterisierung des Verhaltens von Eddy im Unterricht. Im Sinne der in der Psychologie vorgenommenen Unterscheidung nach grundlegenden Skalentypen bei Messvorgängen s.
Lehreinheit 5 kann man das Zeichensystem als Nominalskala sehen. Jede mit einem Zeichen belegte Verhaltensweise ist eine ebenbürtige Qualität für sich, die erkannt und zugeordnet wird. Rein von der Sprachbedeutung her lässt sich zwischen diesem und dem vorigen Unterkapitel kein Unterschied ausmachen, weil man den Kategorienbegriff in beiden Fällen anwenden könnte.
Gleich ist auch der Ablauf der Beobachtung: Der Beobachter signiert in den vorher definierten Begriffen das Auftreten der einzelnen Verhaltensweisen. Auch hier haben wir es mit Nominalskalen zu tun: Die Kategorien sind einander ebenbürtige Qualitäten, welche von dem Beobachter jeder einzelnen Verhaltensweise zugeordnet werden muss.