Psychologe michael jordan
Wenige Wissenschaftler:innen sind so populär wie der Psychologe Jordan Peterson. Mit seinen Büchern, Vorträgen und Videos erreicht er Millionen Menschen. Doch der Selbsthilfeguru ist nur auf den ersten Blick harmlos. Was macht Jordan Peterson so gefährlich? Die Welt ist vom rechten Weg abgekommen. Wir müssen endlich mit diesen ganzen woken Ideen wie Inklusion oder Gleichheit aufhören.
Und uns wieder auf die natürliche Ordnung besinnen. Jordan Petersons Botschaften sind oft simpel, auch wenn er sie gern kompliziert verpackt. Er trägt sie mit viel Leidenschaft und Überzeugung vor. Peterson ist intelligent und rhetorisch geschult - was einigen seiner Gegner:innen, die mit ihm über seine Theorien diskutieren wollten, bereits zum Verhängnis wurde. Peterson ist ein Fixstern am Influencer-Himmel.
Welche Ideologie hinter seinen Aussagen steckt, ist vielen zumindest anfangs nicht bewusst. Peterson gilt seinen Anhänger:innen als intellektuelle Ausnahmeerscheinung. Gleichzeitig gibt er wertvolle Tipps fürs Leben. Auf die Frage, ob Peterson weder links noch rechts sei, muss Veronika Kracher schmunzeln. Nach unserem Artikel über die Gefahren von TikTok für junge Männer haben wir viel Kritik in den Kommentaren erhalten.
Eigentlich ging es darum, wie schnell junge Männer von der Plattform in einen radikalen Tunnel geschickt werden.
Werbepsychologie: Die Psychologie hinter dem Werbefilm
Der Vorwurf an uns danach: Jordan Peterson könne man doch nicht mit Andrew Tate vergleichen. Dass er Teil derselben Bewegung ist, sei vollkommen lächerlich. Peterson sei wesentlich intelligenter, nicht sexistisch und sicher nicht rechts. Und er habe schon so vielen Menschen geholfen. Sagt Jordan Peterson also nur eine unangenehme Wahrheit, die wir nicht ertragen?
Oder sollten wir uns vor ihm in Acht nehmen? Peterson ist 60 Jahre alt und lebt in einer monogamen, heterosexuellen Ehe mit zwei Kindern - ein Modell, das laut Peterson zugrunde gehe, aber nicht aussterben dürfe. Er verbrachte einige Jahre in Harvard, bevor er nach Kanada an die Universität von Toronto zurückkehrte. Dort lehrte und forschte er, bis er seine Professur vor rund einem Jahr aufgab.
Zu "woke" seien die Universitäten mittlerweile - und online erreiche er ohnehin viel mehr Menschen. Nebenbei betrieb er über all die Jahre eine psychotherapeutische Praxis. Bereits als Professor wurde Peterson von einigen Studierenden fast kultisch verehrt. Seine Beliebtheit explodierte jedoch nach einem Vorfall, der bezeichnend für Petersons Karriere und Ideologie ist.
Er behauptete, dadurch gezwungen zu werden, Studierende mit den von ihnen gewünschten Pronomen anzusprechen. Ansonsten würde ihm wegen Hassrede sogar ein Gefängnisaufenthalt drohen. Also setzte er sich vehement gegen das Gesetz ein. Doch Peterson stellte sowohl den Inhalt als auch die Auswirkungen des Gesetzes falsch dar.
Das Gesetz schützt Menschen in Wahrheit etwa davor, wegen ihrer Geschlechtsidentität keine Wohnung oder keinen Job zu bekommen.
Gastbeitrag: The mental part is the hardest part! (Michael Jordan)
Seine Behauptungen wurden mehrfach widerlegt. Seine Angstmache war dennoch erfolgreich. Die Reichweite seiner Videos und Buchverkäufe explodierten.