Beleidigt psychologie

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater. Letzte Aktualisierung: Februar Kritik, Demütigungen und grundlose Beleidigungen stehen in sozialen Netzwerken auf der Tagesordnung. Sie bilden einen fruchtbaren Boden für diese Art von offensiver Dynamik. Natürlich gab es schon immer Personen mit der Tendenz, andere zu beleidigen, doch in den letzten Jahren ist dieser Trend besonders deutlich geworden.

Gibt es dafür einen Grund?

Persönlichkeit kann man schwer ändern, dafür aber den Konfliktstil

Manche Experten glauben, dass dieses Phänomen auf den ehemaligen Präsidenten Donald Trump zurückzuführen ist. Er tat es in seinen Interviews, Pressekonferenzen und vor allem auf Twitter. Die Meinungsfreiheit kollidierte plötzlich mit dem Respekt vor der Integrität anderer und eine Debatte wurde eröffnet, die bis heute andauert. Denn eine Beleidigung ist kein Pfeil, der in die Luft geschossen wird.

Eine Beleidigung tut psychisch weh, demütigt, macht lächerlich, verunglimpft und verstärkt viele Vorurteile und Stereotypen. Beleidigungen haben ihre eigene Anatomie. Jedes Land, jede Kultur und sogar jede Region kennt dafür eigene Ausdrucksformen. Manche sind sanfter, andere sind darauf aus, so viel Schaden wie möglich anzurichten.

Klar ist jedoch, dass sie alle wehtun. Sie werden in der Schule manchmal sogar zu Hause an Kinder gerichtet, sind jedoch auch am Arbeitsplatz oder in vielen Beziehungen zu finden. Beleidigungen kommen in allen Bereichen vor, aber während sie noch vor nicht allzu langer Zeit ein Phänomen waren, das fast immer auf den privaten Bereich beschränkt blieb, sehen wir sie jetzt vielfach in öffentlichen Medien , im Fernsehen und vor allem in den sozialen Netzwerken.

Dafür gibt es eine offensichtliche Erklärung: Diejenigen, die in den öffentlichen Medien Beleidigungen aussprechen, suchen auch nach einem Publikum. Viele von uns haben das in Medien wie Twitter gesehen. Menschen, die beleidigen, haben Tausende von Anhängern, die ihre Position verteidigen und das Opfer weiter demütigen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Beleidigungen viral gehen und eine Atmosphäre schaffen, in der alle ethischen und sogar moralischen Grundsätze verloren gehen.

Aber was treibt diese Persönlichkeiten an? Es gibt diejenigen, die auf Beleidigungen aus sozialer Konditionierung und aufgrund von ererbten Verhaltensmustern auf Beleidigungen zurückgreifen. Viele Personen wachsen in einem Umfeld auf, in dem Kritik, Demütigung und Abwertung auf der Tagesordnung stehen.

Früher oder später wiederholen sie, was sie erlebt haben, und verarbeiten durch diese Art der Kommunikation ihre Frustration und ihren Schmerz, den sie seit ihrer Kindheit angesammelt haben. Forschungsarbeiten wie die der Universität von Bath England zeigen, dass Menschen, die beleidigen, häufig das organisatorische Umfeld kolonisieren.

Gewalttätige Kommunikation strebt nach Status und ist eine Form von Macht über andere. Als Narzissten bezeichnen wir Menschen, die sich nicht bewusst sind, wie sich ihr Verhalten auf andere auswirkt. Sie konzentrieren sich immer nur auf sich selbst, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei zögern sie nicht, andere auszubeuten und zu beleidigen. Sie sind arrogant, neidisch, aggressiv und verteidigen immer ihre eigene Position.

Narzissten neigen dazu, ihre beleidigenden Worte auf Nutzlosigkeit und Dummheit auszurichten. Sie gehen schnell in die Offensive und bezeichnen andere als naiv, unfähig oder dumm. Beleidigungen, welche die Werte einer Person infragestellen und sie als nutzlos darstellen, sind besonders verletzend.