Frequenzanalysen psychologie
Nach Gert ten Hoopen "Auditive Aufmerksamkeit" in Neumann, O. Göttingen: Hogrefe. In diesem Teil soll ein weiterer Aspekt der Aufmerksamkeit erläutert werden, nämlich deren Rolle im Fall von Streaming. Streaming entsteht durch rasches Wechseln zwischen zwei auseinanderliegenden Frequenzen, wodurch der Hörer zwei Klangsequenzen, die als Ströme bezeichnet werden, wahrnimmt, obwohl physisch nur eine vorhanden ist.
Ein Strom ist eine psychologische Struktur, die die Sequenz repräsentiert. MILLER und HEISE machten Untersuchungen zu diesem Thema, wobei sie sich vor allem für die Bedeutung der Frequenz interessierten. Sie spielten ihren Versuchspersonen zwei wechselnde reine Töne mit der Geschwindigkeit von zehn Tönen pro Sekunde vor und bestimmten die Trillerschwelle. Die Aufmerksamkeit konnte auf eine der beiden Sequenzen gerichtet werden, während die andere ignoriert wurde.
Es ist auch möglich, diesen Effekt mit mehreren Tönen zu erzielen, wie HEISE und MILLER es in ihren Versuchen zeigten. Sie gaben eine aus elf Tönen bestehende Melodie vor, die mit einer Geschwindigkeit von acht Tönen pro Sekunde gespielt wurde. Der sechste Ton in der Reihe hatte eine andere Frequenz, die verändert wurde.
SHOUTEN interessierte sich dafür, welche Rolle das Tempo für die Entstehung von Streaming spielt. Bis zu zwanzig Tönen wurde nur eine Reihe gehört, wenn die Reihenfolge dieser Töne durcheinandergebracht wurde, kam es zur Aufspaltung. Erst wenn das Tempo auf zehn Töne pro Sekunde verringert wurde, konnte wieder eine einzelne Sequenz gehört werden.
Dabei handlte es sich um einen Zischlaut, einen Ton, ein Summen und das Phonem [i:], jedes der Geräusche dauerte ms. Die Versuchspersonen erkannten die Geräusche zwar, konnten die zeitliche Reihenfolge aber erst wiedergeben, wenn das Tempo verringert wurde. VAN NOORDEN , der die Interaktion von Tempo und Frequenz beschrieb, unter-schied zwischen zwei Einstellungen zur Aufmerksamkeit:.
Diese Unterscheidungen sollten jedoch nur dazu dienen, seinen Versuchspersonen genauere Instruktionen zu erteilen. Diese Grenze liegt bei. Könnte man seine Aufmerksamkeit nicht der jeweiligen Situation anpassen, wären diese Grenzen nicht vorhanden. Die Grenzen liegen bei raschen Tempi nahe zusammen, bei langsamen weiter entfernt. Somit kann man die perzeptive Gliederung in drei verschiedene Bereiche aufteilen, wobei im Bereich unterhalb der Spaltungsgrenze immer ein kohärenter Strom wahrgenommen wird; im Bereich oberhalb der zeitlichen Kohärenzgrenze werden stets zwei Ströme wahrgenommen und im mittleren Bereich ist es möglich, sowohl nur einen Strom als auch zwei Ströme wahrzunehmen.
In diesem Bereich ist vor allem die Einstellung von Bedeutung, die entscheidet ob man einen oder zwei Ströme wahrnimmt. Oberhalb der zeitlichen Kohärenzgrenze ist es möglich, zwei Ströme zu gliedern. Wenn die Aufmerksamkeit zwischen dem im Vorder- und dem im Hintergrund stehendem Strom wechselt spricht man von Aufmerksamkeitsverlagerung zwischen zwei Srömen, wechselt die Aufmerksamkeit zwischen räumlicher Position oder Frequenzbändern, bezeichnet man dies als Aufmerksamkeitsverlagerung bei nur einem Strom.
Wenn nun tatsächlich zwei physische Quellen vorliegen, weil Töne zwischen verschiedenen Orten im Raum wechseln, sollten zwei getrennte Ströme gebildet werden. Nach HUGGINS wechselt die Einstrom- zur Zweistrom-Wahrnehmung, wenn das Intervall kürzer als ca. Waren tatsächlich zwei physische Quellen vorhanden und wechselten die Reize zwischen den Ohren, entstanden einige Schwierigkeiten bei der Verarbeitung verschiedenster Aufgaben:.
Dieser Effekt wurde von AXELROD, GUZY und DIAMOND berichtet und durch TEN HOOPEN, VOS und DISPA, , sowie AKERBOOM, TEN HOOPEN und VAN DER SCHAAF, , bestätigt, indem sie eine Stop-Reaktionstechnik bei Klicktönen verwendeten.
Charakteristische Frequenz
Wenn es sich um wechselnde Klicktöne handelte, war die Reaktionszeit länger, weil der Hörer länger brauchte um zu erkennen, ob noch ein Ton folgen würde. Der subjektive Zeitunterschied lag bei 26ms. Eine von DEUTSCH berichtete Täuschung ist die Zwei-Ton oder Oktaven-Täuschung. Diese entsteht, wenn ein dichotischer Akkord der ms dauert von und Hz Tönen wiederholt wechselt.
Die Sequenzen wurde nicht von allen Beobachtern auf die gleiche Art wahrgenommen, wie es nach den traditionellen Theorien der selektiven Aufmerksamkeit zu erwarten wäre. Die Töne im anderen Ohr werden unterdrückt. Wieso es sich so verhält, soll mit dem folgenden Zitat erklärt werden: "Der für die Wahrnehmung der Tonhöhe zuständige Mechanismus entscheidet sich dafür, den Frequenzen, die auf einer der beiden Seiten im Hörraum geboten weden, zu folgen; d.
Der Lokalisationsmechanismus jedoch entscheidet sich stattdessen dafür, dem Signal mit der höheren Frequenz zu folgen; d.