Tics test psychologie
Theoretische Grundlage 2. Allgemeine Beschreibung 3. Testkonstruktion 4. Gütekriterien 5. Praxistransfer 7. Und Alltag ist häufig Stress. Für viele von uns. Durch die Digitalisierung und den immer schneller werdenden Wandel in der Arbeitswelt wächst nicht nur der Druck im Arbeits- und Privatleben, auch die Stressforschung, besonders die Erforschung des chronischen Stresses, gewinnt sukzessiv an Bedeutung.
Ein Weg unterschiedliche Stressfaktoren zu ermitteln ist das Trierer Inventar zum chronischen Stress TICS. In der vorliegenden Seminararbeit soll zuerst eine Definition und der aktuelle Forschungsstand von Stress und chronischen Stress vorgestellt werden. Im Anschluss erfolgt eine Darstellung des TICS, danach werden die Testkonstruktion, Testdurchführung und -auswertung, sowie die Gütekriterien und Normierung vorgestellt und erläutert.
Im letzten Teil der Arbeit erfolgt von den Autorinnen eine individuelle Beschreibung und Reflexion des Testverfahrens an einem berufsbezogenen psychologisch-diagnostischen Szenario. Das Trierer Inventar zum chronischen Stress wurde zur Quantifizierung des Erlebens von verschiedenen Facetten des chronischen Stresses entwickelt. Aus diesem Grund wird im folgenden Abschnitt chronischer Stress definiert, dass dem TICS- Test zugrundeliegende Stresskonzept erklärt und die Notwendigkeit der Abgrenzung verschiedener Stressarten erläutert.
Nach Dougall und Baum dient die Erforschung von chronischem Stress nicht nur der Definition von Belastungen und deren Auswirkungen, sondern auch der zur Klärung von Zusammenhängen zwischen Personenmerkmalen und Gesundheitsbeeinträchtigungen. Dabei ist zu beachten, dass chronischer Stress entweder durch unterschiedliche Stressoren entsteht, deren Wiederholungen sich häufen oder dadurch, dass adaptive Mechanismen nicht einsetzten, wenn derselbe Stressor wiederholt auftritt.
In der Stressforschung werden drei Konzeptionen zur Bestimmung von Stress unterschiedenen: die reizbezogenen, reaktionsbezogenen und transaktionalen Ansätze. Der TICS-Test basiert auf dem transaktionalen Stresskonzept, das im Wesentlichen von Lazarus und Folkman geprägt wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei die kognitiven Bewertungs- und Bewältigungsprozesse. Diesem Konzept zufolge entsteht Stress durch eine aktive Interaktion eines Individuums und seiner Umwelt, wobei eine mangelnde Passung zwischen alltäglich zu bewältigenden Anforderungen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen vorliegt.
Trierer Inventar zum chronischen Stress (TICS)
So werden nach dem zugrundeliegenden Stresskonzept Anforderungssituationen zu Stressquellen, wenn sie Merkmale aufweisen, welche nicht zu den Ressourcen des Individuums passen. Daher resultieren aus spezifischen Anforderungsmerkmalen folglich unterschiedliche Arten von Stressquellen, wie zum Beispiel eine hohe Anzahl zu bewältigender Aufgaben oder unzureichende Anerkennung trotz guter Leistungen.
Um die Vielzahl der möglichen Stressquellen zu berücksichtigen wurde der TICS-Test so konstruiert, dass unterschiedliche Facetten des chronischen Stresses ermittelt werden, die auf verschiedenen Imbalancen der Anforderungen und Ressourcen basiert. Die Autoren orientierten sich bei der Konstruktion des Verfahrens daher an folgenden Merkmalen: Subjektivität, Chronizität, Unspezifität, Transparenz und Komplexität.
So wird chronischer Stress als subjektive Erfahrung erfasst und durch eine Häufigkeitsskalierung abgebildet, da er auf die Häufigkeit des Auftretens einer Belastung zurückzuführen ist. Des Weiteren wird chronischer Stress anforderungs- und situationsspezifisch erfragt, um zu gewährleisten, dass Personen unterschiedlicher Lebenssituationen den Fragebogen bearbeiten können.
Das TICS erfasst chronischen Stress in ausgewählten Lebensbereichen, der über einen Selbstbeurteilungsfragebogen ermittelt wird. Das Testverfahren wurde im Hogrefe Verlag von den Autoren Peter Schulz, Wolff Schlotz und Peter Becker veröffentlicht. Das TICS wurde zur Einzel- oder Gruppendiagnostik konstruiert und kann im Allgemeinen an jedem Ort durchgeführt werden.
Im Selbstbericht sollen verschiedene Arten des chronischen Stresses identifizieren werden. Die Items sind auf einer fünfstufigen Häufigkeitsskala im Hinblick der vergangenen drei Monate zu bewerten. Mit dem aus dem TICS abgeleiteten SSCS wird das chronische Stresserleben bereichsunspezifisch quantifiziert und liefert damit einen unspezifischen Globalwert für die chronische Stressbelastung.
Das Verfahren wurde in mehreren Schritten von den Autoren Schulz, Scholtz und Becker entwickelt. Die erste Version des TICS entstand von Schulz und Schlotz , sie enthielt 39 Items zum Messen des Stresserlebens. Bei dem hier vorgestellten Verfahren handelt es sich um die dritte Version, deren Skalen nach dem ordinalen Rasch-Modell überarbeitet wurden. Damit genügt die Konstruktion der Items- und Skalenanalyse sowohl der Klassischer als auch der Probabilistischer Testtheorie.