So finster die nacht film pädagogik psychologie
Petersen, Nils. Hohmann, Kathrin. Gänswein, Georg. Zukic, Teresa. Grün, Anselm.
Der skandinavische Horrorfilm
Jochen Klepper — war mit einer jüdischen Frau verheiratet. Er war Dichter, verstand sich auch als deutscher Dichter. War lange sicher, dass ihm und seiner Familie nichts geschehen konnte im Unrechtsstaat. Mehr und mehr bekam er Kenntnis vom Unrecht, von der Gefahr, die ihm als Mann einer Jüdin und seiner ganzen Familie drohte. Sie waren Volljüdinnen. Ach, nur einen Lichtstrahl von Gott in diesem entsetzlichen Dunkel!
Wir wissen, dass Gott viele Wege hat, solchen Plan zu durchkreuzen. Dass wir aber der Versuchung standzuhalten vermögen, glauben wir nicht. Tiefe, tiefe Stille, in der aber nicht für einen Augenblick das Bewusstsein der aufgewühlten Zeit von einem weicht. Den Vormittag habe ich noch einmal dem Garten gewidmet, ihn endgültig für den Winter bestellt, noch einmal Körbe mit Laub entfernt — der Garten ist wirklich ein kleiner Wald!
Diese stillen, stillen, dunklen, trüben Tage. So lind, so voller Trauer des Himmels. Und doch geht alles so rasch —. Abends die arme Hilde bei uns zur Testamentsbesprechung. Wir sterben nun — ach, auch das steht bei Gott — Wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der ums uns ringt. In diesem Anblick endet unser Leben.
Es sind Buchstaben von so schwer gewordener Hand. Um Frau und Tochter vor Auschwitz zu retten, starben sie in dieser Nacht gemeinsam. Die beiden Frauen fanden Verwandte eng umarmt. Die Nacht war ihm wichtig geworden. Schwermütig war er schon als Jugendlicher, später blieb auch an den wenigen helleren Tagen die andauernde Auseinandersetzung, die tägliche Bewältigung der Finsternis.
Immer wieder Nacht und Tag, Licht und Finsternis, Glanz und Dunkel. Wenige Verse aus verschiedenen Gedichten lassen uns die Tiefe ahnen, aus der Klepper ruft und glaubt. Du bist als Stern uns aufgegangen, von Anfang an als Glanz genaht. Und wir, von Dunkelheit umfangen, erblickten plötzlich einen Pfad. Dem Schein, der aus den Wolken brach, gingen wir sehnend nach.
Ich, dem Gott Heil und Gnade zugedacht, war Finsternis und Tod und Nacht! Du, Herr, in deiner Himmel höchster Pracht, wardst ein Gefährte meiner Nacht! Die Welt liegt heut im Freudenlicht.