Neustart psychologie

Häufig scheitert es jedoch an der Umsetzung. Maria Hoffacker, Gehirnforscherin und externe Lehrbeauftragte für Biologische Psychologie im Studiengang Psychologie B. Für das neue Jahr nehmen wir uns häufig viel vor. Ratgeber mit Tipps, wie man gute Vorsätze auch tatsächlich umsetzt oder etwas Neues startet, gibt es viele. Sie empfehlen, dass wir uns zunächst mit der biologischen Basis unseres Gehirns beschäftigen sollten.

Die meisten Neustarts scheitern, weil die Menschen gegen und nicht mit ihrem Gehirn arbeiten. Für einen erfolgreichen Neustart ist es wichtig zu wissen, wie Lernprozesse im Gehirn ablaufen. Mit diesem Wissen fällt es uns leichter, Vorhaben tatsächlich umzusetzen. Dabei macht es einen Unterschied, ob wir etwas komplett Neues lernen wollen oder ob es schon erste Ansätze gibt.

Warum ist das so? Unser Gehirn ist dreigeteilt. Der dritte Bereich ist das Stammhirn, auch Reptilienhirn genannt. Es ist die evolutionär älteste Region und regelt unsere Reflexe.

So gelingt der Neustart im Beruf und Privatleben

Die drei Bereiche sind miteinander vernetzt und perfekt aufeinander abgestimmt. Dabei interagieren 86 Milliarden Nervenzellen. Jede dieser Zellen ist über zahlreiche Kontaktstellen, den sogenannten Synapsen, mit ihren Nachbarzellen verbunden. In der Entwicklungsphase eines jeden Menschen treten zunächst die erst jungen Nervenzellen mit den richtigen Partnerzellen in Kontakt.

Dadurch entsteht ein Grundgerüst unseres Gehirns. Auch im Erwachsenenalter werden Kontakte zwischen Nervenzellen ständig auf- und wieder abgebaut. Erst dadurch können wir lernen. Aber nicht jeder Zellkontakt macht Sinn. Stellt das Gehirn fest, dass manche dieser Verbindungen nur selten gebraucht werden, werden sie wieder abgebaut.

Mut zur Veränderung – so gelingt ein Neustart im Leben

Denn das Gehirn arbeitet sehr energieeffizient. Es ist das Organ unseres Körpers, das am meisten Energie verbraucht. Merkt das Gehirn, dass bestimmte Nervenverbindungen besonders häufig in Anspruch genommen werden, werden diese ausgebaut. Aus schmalen Trampelpfaden werden breite Wege. Also lohnt es sich, Energie reinzustecken. Die Folge: Das Gelernte verfestigt sich.

Je emotionaler und bildlicher unsere Gedanken aufgeladen sind, umso stärker werden auch die Nervenbahnen. Denn dann werden alle drei Gehirnteile involviert und können gemeinsam an einem Strang ziehen. Unser Gehirn denkt und fühlt in Bildern und überträgt dies auf unseren Körper. Denken sie zum Beispiel einmal an eine Zitrone. Was sehen sie vor ihrem geistigen Auge und was schmecken sie?

Genauso können sie sich auch ein anziehendes Motivationsbild vorstellen. Alles, was für unser Gehirn keinen Sinn macht, wird dann aussortiert und weggeschmissen.