Forensische psychologie mordmotive
Fans von Fernsehserien wie "CSI", "Sherlock" und Co. Doch sind Krimiliebhaber dadurch auch im echten Leben besser als andere Menschen dazu fähig, die Spuren eines Verbrechens zu verwischen? Psychologen um Heiko Hecht von der Universität Mainz haben dieser Hypothese, die auch unter dem Begriff "CSI-Effekt" bekannt ist, nun auf den Zahn gefühlt.
Die Forscher überprüften, wie viele der Spuren des Geschehens, darunter Tatwaffe und Fingerabdrücke, die Teilnehmer erfolgreich beseitigten. In einem anderen Experiment mussten die Versuchspersonen so unauffällig wie möglich einen Laptop aus einem Büro nebenan stehlen. Alles in allem stellten sich Krimifans dabei nicht geschickter an als Teilnehmer, die keine Vorliebe für entsprechende Fernsehprogramme angaben.
Sie unterschieden sich auch nicht in ihrem Wissen über Forensik, wie eine Nachbefragung zeigte. Wer nach erfolgreichen Verbrechern sucht, findet sie den Ergebnissen der Wissenschaftler zufolge am ehesten unter Männern in ihren Zwanzigern mit hohem Bildungsgrad.
Methoden der forensischen Psychologie
Dahinter steckte wiederum ein anderer Faktor, den die Forscher bei dieser Gruppe gehäuft vorfanden: die Technikaffinität. Zudem spielte auch das Interesse für die forensische Wissenschaft eine gewisse Rolle. Interviews, die Hecht und sein Team mit deutschen Gefängnisinsassen durchführten, deuten ebenfalls darauf hin, dass diese ihr Wissen nicht aus dem Fernsehen beziehen, sondern vielmehr von gleich gesinnten Freunden und Bekannten.
Für geschickte Vertuschungsversuche echter Krimineller sind demnach also vor allem deren forensisches Interesse und technische Expertise verantwortlich — und nicht die TV-Vorlieben.
Mord und Verbrechen: Psychiaterin über Schuld und Motive
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