Wohlbefinden positive psychologie
Aktuelle News Psychologie News-Archiv Newssuche Startseite Kontakt Impressum Datenschutz Unsere AGB Kooperation. Was haben glückliche Menschen, was unglückliche nicht haben? Das war lange die zentrale Frage der positiven Psychologie. Doch der Fokus soll nun mehr auf das Wohlbefinden gehen. Das Glück werde überbewertet, schreibt Martin Seligman in seinem neuen Buch «Flourish» blühen.
Dies ist eine bemerkenswerte Aussage für einen, der wenige Jahre zuvor die Theorie des Glücks beschrieben hat. Als Martin Seligman im Jahr die Präsidentschaft der Amerikanischen Psychologen Vereinigung innehatte, begründete er offiziell eine neue Wissenschaft: die positive Psychologie. Doch hatte ich am Schluss keinen glücklichen, sondern einen leeren Patienten vor mir.
Nachdem Seligman im Jahr in einem Buch die Theorie des Glücks dargelegt hatte, sind ihm einige Unzulänglichkeiten aufgefallen. Erstens wird das Wort Glück gewöhnlich mit einem Zustand der heiteren Gefühle assoziiert. Diese positiven Emotionen sind aber nur ein Element in seiner Theorie des Glücks. Gemäss dieser entsteht Glück durch drei Elemente: positive Emotionen, Selbstverwirklichung und Bedeutung im Leben «meaning».
Bei der Selbstverwirklichung geht es darum, seine eigenen Stärken zu erkennen und sie in einer Tätigkeit anzuwenden, in der man völlig aufgehen kann. Mit Bedeutung ist gemeint, seine Stärken und Tugenden zugunsten eines höheren Ziels oder der Gemeinschaft einzusetzen. Als zweite Unzulänglichkeit der Theorie des Glücks nennt Seligman, dass als Messwert meist die Lebenszufriedenheit gewählt wird.
Studien hätten aber gezeigt, dass sich Menschen stark von ihrem momentanen Gefühlszustand leiten liessen, wenn sie auf einer Skala von 1 bis 10 ihre Lebenszufriedenheit angeben sollen. Somit ist der Messwert überproportional an die Stimmungslage gekoppelt. Und drittens findet Seligman nun, dass es mehr als drei Elemente gibt, die Menschen im Leben anstreben.
Coaching und Organisationsberatung an Schulen: welche Wege eröffnet die Positive Psychologie?
Dies gründet auf der Beobachtung, dass viele etwas erreichen wollen, nur um etwas erreicht zu haben. Sie verdienen immer mehr Geld, ohne es auszugeben, oder wollen ein Spiel gewinnen, nur um zu gewinnen. Dies nennt Seligman im Englischen «accomplishment» Leistung. Menschen sind also leistungsorientiert. Zudem sind sie aber auch soziale Wesen, weshalb gute Beziehungen wichtig für sie sind.
In seiner neuen Theorie, die Seligman nun die Theorie des Wohlbefindens nennt, gibt es deshalb fünf Elemente: positive Emotionen, Selbstverwirklichung, gute Beziehungen, Bedeutung und Leistungsorientierung.
Was ist Positive Psychologie?
Diese können unabhängig voneinander in Fragebögen erhoben und in fünf verschiedenen Messwerten wiedergegeben werden. Alle zusammen gerechnet beschreiben das Wohlbefinden einer Person. Manche Menschen haben wenig positive Emotionen oder geringes Interesse an Beziehungen, dafür liegt ihnen viel an Selbstverwirklichung. Um das individuelle Wohlbefinden zu erfassen, müsse man deshalb auch wissen, wie wichtig jeder einzelne Wert für eine Person sei, sagt Seligman.
Die drei ursprünglichen Elemente seiner Theorie sind in der positiven Psychologie gut erforscht. Viele Studien zeigen, dass Menschen, die oft positive Emotionen haben, die häufig in ihren Tätigkeiten aufgehen und in ihrem Leben viel Bedeutung sehen, grundsätzlich zufriedener oder glücklicher sind als Menschen, die weniger der drei Elemente haben. Allerdings stammen die meisten Ergebnisse aus Studien, welche untersuchen, wie sehr die einzelnen Elemente mit der Lebenszufriedenheit korrelieren.
Dies erlaubt aber keine Aussage über Ursache und Wirkung. Es könnte also auch sein, dass Menschen oft positive Emotionen haben, häufig in einer Tätigkeit aufgehen und viel Bedeutung in ihrem Leben sehen, weil sie von Natur aus zufriedener sind. Einige Hinweise dafür, dass sich die einzelnen Komponenten auf die Lebenszufriedenheit auswirken und nicht umgekehrt, hat man jedoch aus Interventionsstudien.
So versucht man etwa bei Probanden positive Emotionen zu trainieren oder zu stärken, indem man sie jeden Abend drei Geschehen des Tages aufschreiben lässt, die gut gelaufen sind, und was der Grund dafür ist. In einer Kontrollgruppe bearbeiteten Probanden andere Aufgaben.