Einsatz der meditation in der psychologie

Achtsamkeit englisch mindfulness bezeichnet einen Zustand von Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die gegenwärtige Verfasstheit seiner direkten Umwelt , seines Körpers und seines Gemüts erfährt, ohne von Gedankenströmen , Erinnerungen , Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu sein, ohne darüber nachzudenken oder diese Wahrnehmungen zu bewerten.

Grundlagen der klassischen tibetischen Meditation und ihr Einsatz in der psychologischen Behandlung

Achtsamkeit kann demnach als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs - und Bewusstseinszustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden im weitesten Sinne. Eine der in der Forschungsliteratur am häufigsten zitierten Definitionen stammt von Jon Kabat-Zinn. Brown und Ryan [3] fokussieren stark auf den Aufmerksamkeitsaspekt und definieren Achtsamkeit formal als rezeptive Aufmerksamkeit und Bewusstheit von momentanen Vorgängen und Erfahrungen.

In ihrer Übersichtsarbeit [4] fassen sie verschiedene Definitionen und Konzepte der Achtsamkeit aus verschiedenen buddhistischen Traditionen zusammen. Beschrieben werden demnach folgende Aspekte von Achtsamkeit:. Bishop et al. Des Weiteren betonen sie, dass kein spezifischer Zustand, wie z. Entspannung oder eine Veränderung aufkommender Gefühle, angestrebt wird.

Zustand und Inhalte des aktuellen Bewusstseins werden lediglich zur Kenntnis genommen. Achtsamkeit kann klar von Konzentration unterschieden werden. Im Maximalfall ist dann eine weitwinkelartige [11] [12] Aufmerksamkeitseinstellung erreichbar, die in einer umfassenden, klaren und hellwachen Offenheit für die gesamte Fülle der Wahrnehmung besteht.

Von Chögyam Trungpa wurde dieser Bewusstseinszustand als Panorama-Bewusstheit charakterisiert und bezeichnet. Für sich allein ähnelt sie die Konzentration einem Sich-Zurückziehen aus der Welt. Ihre charakteristische Energie ist eher verschlossen als offen, eher versunken als zugänglich, eher tranceartig als hellwach.

Was diesem Zustand fehlt, ist die Energie der Neugier, des Wissensdrangs, der Offenheit, der Aufgeschlossenheit, des Engagements für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung. Sati beschreibt die Qualität des Geistes, sich in vollem Umfang dessen gewahr zu sein, was in ihm gegenwärtig ist. Die Achtsamkeitsmeditation wird im Buddhismus auch als Vipassana bezeichnet.

Sie kann abgegrenzt werden von der konzentrativen Meditation Samatha , welche die Grundlage der Achtsamkeitsmeditation darstellt. Achtsamkeit ist das 7. Glied des Edlen Achtfachen Pfades , der erste Punkt der Sieben Faktoren des Erwachens sowie die dritte Fähigkeit der insgesamt Fünf Fähigkeiten : Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Sammlung, Weisheit.

Bei der Verbreitung buddhistischer Achtsamkeitstechniken im Westen spielten unter anderem die Werke von Daisetz Teitaro Suzuki , Alan Watts und Eugen Herrigel eine wichtige Rolle. Ab den er Jahren nahm das Interesse am Einsatz von Meditationstechniken im Bereich der Psychotherapie zu, vor allem unter Psychoanalytikern z. Jung , Erich Fromm und Vertretern der humanistischen Psychotherapie z.

Fritz Perls , Carl Rogers , Charlotte Selver. Aspekte der Achtsamkeit und Akzeptanz wurden dementsprechend in die Psychoanalyse z. Hakomi integriert. Die Gestalttherapie nimmt hier allerdings eine Ausnahmestellung ein: Bei ihr bildete bereits von Beginn an, also schon seit den er-Jahren, Bewusstheit bzw.

Meditieren für Anfänger

Gewahrsein, nach gestalttherapeutischer Verwendung der Begriffe, kann sowohl eine absichtslose, aktive, innere Haltung der Achtsamkeit als auch eine mehr gerichtete Form der Achtsamkeit bezeichnen und sich auf alle Phänomene der Wahrnehmung und des Erlebens richten. Ab den er Jahren wuchs das Interesse im Bereich der experimentellen Psychologie an Formen der Bewusstseinserweiterung , unter anderem durch Meditation, und erste EEG -Studien bei Meditierenden wurden durchgeführt.

Erste wissenschaftliche Studien zum Einsatz von Achtsamkeitsmeditation im Bereich der Psychotherapie wurden ab den späten er Jahren durchgeführt. Einen entscheidenden Einfluss hatte hierbei die Arbeit von Jon Kabat-Zinn, der Achtsamkeitstechniken inzwischen bekannt als Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion oder MBSR zunächst bei Patienten mit chronischen Schmerzen einsetzte.

Inzwischen wird das Prinzip der Achtsamkeit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Störungen bzw. Probleme eingesetzt. Es wurden verschiedene psychologische Fragebögen entwickelt, anhand derer versucht wird, das Konstrukt der Achtsamkeit zu erfassen. Zur Untersuchung der Auswirkungen von Achtsamkeit wurden unter anderem auch neurophysiologische Methoden eingesetzt, etwa elektroenzephalografische oder bildgebende Verfahren z.

Ospina u.