Psychologie liebe plötzlich weg
Ich könnte gerade gefühlt tausend verschiedene Beiträge zu tausend verschiedenen Themen schreiben, die mich gerade in meinem Leben beschäftigen und auf die ich keine Antwort finde oder die ich gerne teilen möchte: Warum betrüge ich meinen Freund, der der beste Freund ist, den man sich auf der Welt wünschen kann? Ist es was anderes, wenn man seinen Freund mit einer Frau betrügt, anstelle von einem Mann?
Gehöre ich jetzt tatsächlich doch zu der generationsbeziehungsunfähig? Aber fangen wir doch erstmal klein an. Schon allein das hat mich gefühlt tausend Jahre Überwindung gekostet. Was wiederum ein anderes Thema ist.
Gefühle verschwinden - das sind die Gründe
In der Realität verliebt sich wohl keiner 50 Mal so oft, wie man sich entliebt. Im Idealfall verliebt man sich allerdings immer einmal mehr. Thema heute: Entlieben. Dieses Wort wird mir gerade rot unterschlängelt — denn Word behauptet, das gäbe es gar nicht. Google liefert mir immerhin Im Idealfall verliebt man sich allerdings immer einmal mehr — in jemanden, von dem man sich dann nie wieder entliebt.
Klingt komplizierter, als es ist. Jedenfalls dachte ich lange Zeit, ich habe die Person gefunden, von der ich mich nie wieder entliebe. Wir kannten uns schon lange, ungefähr fünf Jahre. Wir haben zusammen studiert, er fand mich schon immer gut. Sehr gut sogar, inklusive Liebesgeständnis. Ich dagegen war immer in einer Beziehung, manchmal mehr, manchmal weniger glücklich. Ich war Single und dachte: Klar, jetzt ergibt alles Sinn, unsere Zeit ist gekommen.
Ich fand ihn auch gut, aber dann nie so gut, dass ich meine Beziehung dafür aufgeben wollte. Nach dem Studium verlor sich der Kontakt. Und dann, zwei Jahre später, sahen wir uns auf einer Party wieder. Und wir waren glücklich. Sehr glücklich. Wir fuhren in tolle Urlaube, konnten gemeinsame Zukunftspläne schmieden, stritten uns nie, er las mir jeden Wunsch von den Lippen ab. Er war ehrlich, zielstrebig, liebevoll, mitten im Leben.
Drei Jahre auf Wolke Sieben.
Psychologe erklärt: Warum wir uns verlieben und entlieben
Und dann: Bumms. Mit voller Wucht bin ich von meinem Ich-habe-die-perfekte-Beziehung-und-überhaupt-ist-alles-super- Leben ganz oben auf Wolke Sieben mit einem dicken Klatschen auf den Boden gekracht. Es brauchte gar nicht viel. Ein neuer Mensch in meinem Leben, das Unbekannte, das Fremde. Neu, aufregend, verboten. Plötzlich war ich high. Ich schmiss alle Prinzipien über Bord.
Es war wie eine Sucht.